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Anleitung zum Wechsel des Kombiinstrumentes 1800(BJ63) (Elektrik)

thpeter, Monday, 24.06.2019, 15:52 (vor 151 Tagen)

Anleitung zum Wechsel des Kombiinstrumentes.

Zunächst vielen Dank an Micha (NK1965), Uli (Uli Horb a.N.), Wolfgang und Knaudel für die vielen Tipps und Hinweise.

Da bei meinem 63er 1800, wie bei so vielen, das Thermostatätherröhrchen gerissen war musste ich das gesamte Kombiinstrument tauschen. Der bloße Tausch des Temperaturanzeigers würde grundsätzlich auch funktionieren, dabei sind 99% der Teilschritte wie hier beschrieben, dennoch notwendig.

Ausbau

1.
Um das Instrument auszubauen müssen die unteren Verkleidungen des A-Brettes entfernt werden. Dafür zunächst die kleinere Verkleidung unter dem Lenkrad lockern. Hierfür müssen die 6 Schrauben gelöst werden (2 links, 2 rechts, 2 an der Lenkradverkleidung). Danach kann die Verkleidung aus der Lenkradverkleidung gezogen werden. Es ist nicht nötig, die Verkleidung vollständig auszubauen. Daher müssen die einzelnen Schalter, wie Rücksteller Tageskilometer etc nicht ausgebaut werden.

2.
Jetzt muss die Verkleidung der BF-Seite ausgebaut werden. Hierfür im Fußraum 2 Schrauben lösen und die Verkleidung dann nach unten in Richtung Fußraum aus der Halteschiene ziehen.

3.
Jetzt kann man sich an den Ausbau des Instrumentes machen. Die für mich beste Position war, auf dem Einstiegsleiste der BF-Seite sitzen und dann so hinlegen, dass der Kopf auf dem Mitteltunnel liegen kann. So liegt man vergleichsweise „bequem“. Den Schaltknüppel habe ich dabei nach unten links, unter den ersten Gang, eingelegt.

4.
Jetzt müssen nach und nach die Lampenfassungen aus dem Gehäuse gezogen werden, sowie die Klemmen am Gehäuse entfernt werden. Hierbei ist es unbedingt notwendig, die Kabelfarben zu notieren!! Daher absolut genau vorgehen, keine Hektik oder gar alle Fassungen auf einmal entfernen.
Folgende Kabelfarben waren bei meinem 63er 1800 verbaut:

[image]

Hinweis: Ich vermute, dass es hier in den Baureihen oder durch Bastelei zu häufigen Änderungen kam. Daher ist diese Belegung keine Garantie im Hinblick auf alle Modelljahre.

5.
Jetzt können die 3 Rändelmuttern gelöst werden. Sollten diese fest sitzen, kann mit einem 19er Schlüssel etwas nachgeholfen werden.

[image]

6.
Rändelmuttern und Haltebleche entfernen.

7.
Jetzt muss noch das Thermostatätherrohr ausgebaut werden. Hierfür am Thermostat im Motorraum die kleine Mutter lösen. Achtung, nicht die große Überwurfmutter lösen, da sonst das Kühlwasser austritt. Zudem ist es hier auch nicht nötig. Sobald die Schraube locker ist, kann der Tauschfühler aus dem Thermostat gezogen werden.

[image]

8.
Jetzt das Thermostatrohr in den Innenraum fädeln. Die Verbindungsstelle bedindet sich im Motorraum an der Spritzschutzwand auf höhe Zündverteilerkappe. Ich habe an dieser Stelle den Dichtgummi entfernt, da ein gefahrloses Durchfädeln des neuen Teils sonst nicht gewährleistet werden kann. Der Dichtgummi kann später durch einen neuen oder Silikon ersetzt werden.

[image]

9.
Jetzt kann das Instrument vorsichtig Richtung Lenkrad aus dem A-Brett gezogen werden. Dabei darauf achten, dass das Thermostatrohr immer nachgegeben wird. Auf keinen Fall einfach ziehen, da dadurch andere Kabelverbindungen beschädigt werden könnten.

[image]

Einbau neues Instrument:

1.
Zunächst das neue Instrument in das Loch im A-Brett einsetzten und grob mittig ausrichten.


2.
Die drei Haltebleche von hinten spannungsfrei aufsetzten und mit den Rändelmuttern leicht fixieren. Jetzt nochmals genau auf die mittige Ausrichtung achten, das Instrument mit einer Hand festhalten und mit der anderen die Rändelmuttern ertasten und fest drehen.

3.
Jetzt kann man bereits das Thermostatröhrchen nach Außen führen. Achtung: nicht vom Motorraum her ziehen / reißen. Falls ein zweiter Mann zur Verfügung steht gibt einer von Innen nach, der andere nimmt von Außen entgegen. Den Anschluß an das Thermostatgehäuse habe ich hier noch nicht vorgenommen, falls nochmal nachgegeben / gezogen werden muss um Spannungen zu vermeiden.

4.
Nun geht es daran, die Lampen und Steckverbindungen wieder anzuschließen. Dabei darauf achten, dass das Thermostatröhrchen nicht unter Druck/Zug gerät. Zudem auf die untere, bei mir braune Steckverbindung achten und diese nicht „einflechten“.

5.
Ich habe mit der Steckverbindung der Tankuhr begonnen, da die Hände dafür Platz brauchen. Dann das Fernlicht und dann vorgearbeitet. Die mittlere Fassung rechtzeitig einsetzen, solange man Platz hat. Zum Schluß wird die braune Steckverbindung angeschlossen.

6.
Jetzt kann der Tauchfühler in das Thermostat geschoben und mittels der Schraube fixiert werden. Dann das Thermostatrohr noch in den entsprechenden Halterungen am Ventildeckel befestigen und die Verbindung zum Innenraum neu abdichten.

7.
Jetzt kann ein erster Test stattfinden. Sollte alles funktionieren, wird zunächst die untere Verkleidung der BF-Seite und dann die der F-Seite wieder angebracht. Fertig.


Hinweise / Tipps / lessons learned...:

1.
Ich habe um alle schadhaften Stellen des Thermostatröhrchens Schrumpfschlauch gemacht um Brüche zu verhindern. Mindestens sollte man das am Anschluß zum Instrument und zum Thermostat tun, da hier eine permanente Spannung anliegt. Daher sind hier auch die häufigsten Brüche.

2.
Um den Tauchfühler so vorsichtig wie möglich einsetzen zu können, ohne das Thermostatröhrchen zu knicken, empfiehlt es sich, den Luftfilterkasten samt verbundener Strecke auszubauen. Den Platz wird man benötigen.

3.
Wenn man einmal dabei ist empfiehlt es sich, alle Lampen gegen neue auszutauschen.

4.
Weiterhin empfiehlt es sich, die Kontakte mit entsprechendem Spray zu reinigen.

5.
Man kann keinen Lampentest durchführern, ohne die Lampensockel im Gehäuse verbaut zu haben, da das Gehäuse die Masse bildet.

6.
Beim einsetzen / ausbauen der Lampensockel behutsam vorgehen und nicht an den Drähten ziehen. Im Zweifel mit einem kleinen Schlitzschraubenzieher behelften.

7.
Prüfen, dass die Lampen ordentlich und fest in den Fassungen sitzen. Sollte dies nicht der Fall sein und eine Lampe geht im Gehäuse des Instruments verloren muss dieses ggf wieder komplett ausgebaut werden...

8.
Da die Verkleidungen abgebaut sind, lohnt gleich mal ein Blick auf die sonst verdeckten Karosserieteile und evtl Rostbehandlungen.


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