Hallo zusammen,
da mich das Thema auch beschäftigt hat und der Beitrag von Michael sehr hilfreich war, würde ich hier gerne noch ein paar Zusatzinfos anfügen:
Die Norm, auf die sich das Zitat aus dem E-30 Talk bezieht, ist seit 2014 zurückgezogen und wurde durch eine aktualisierte DIN 73379:2014 für Kraftstoffschläuche ersetzt. Mit dieser haben sich auch die Bezeichnungen der Schläuche bzw. Materialien und Temperaturfestigkeiten geändert, sodass man bei diversen Online-Shops andere bzw. noch die veralteten Bezeichnungen vorfindet. Also hier beim Kauf etwas aufpassen, ob sich die Bezeichnungen der Schläuche auf die DIN73379 von 1997 oder auf die von 2014 (die aktuelle) beziehen.
Wurden bei der alten Norm noch die Werkstoffkombinationen mit Buchstaben von A...E abgekürzt und die Schlauchtypen bzw. Verwendungszwecke mit Typ 1...Typ 3 bezeichnet, dienen in der aktualisierten Norm die Buchstaben von A...C der Temperaturklasse und die Werkstoffkombinationen werden nun mit Ziffern von 1...8 abgekürzt.
Die Werkstoffkombinationen sind je nach Temperaturklasse unterschiedlich, daher werde ich hier nur die beiden gebräuchlichsten anführen, die auch schon im Zitat aus dem E-30 Talk genauer beschrieben wurden.
In der Norm von 2014 sind keine Intank-Kraftstoffschläuche mehr spezifiziert - also keine Schläuche, deren Innenschicht und Außenschicht aus NBR (Nitril-Kautschuk) besteht.
Die Temperaturklassen sind wie folgt gegliedert:
Temperaturklasse A: 90 °C/ 110 °C
Temperaturklasse B: 125 °C/ 150 °C
Temperaturklasse C: 150 °C/ 175 °C
Die erste Angabe ist die Dauertemperatur, die zweite Angabe ist die Spitzentemperatur (für 72 h über die Lebensdauer)
Alle Schläuche mit NBR (Nitril-Kautschuk) als Innenschicht und CR (Chloropren-Kautschuk) befinden sich in der Temperaturklasse A (Dauertemperatur 90 °C sowie Spitzentemperatur 110 °C) - sie sind wie oben schon ausgeführt für die dauerhafte Anwendung im Fahrzeug eher ungeeignet. Sind laut Norm auch nur zulässig für den Betrieb mit Ottokraftstoff, dürfen nicht mit Dieselkraftstoff verwendet werden - für die 02s jetzt eher weniger von Belang.
Alte Bezeichnung: DIN 73379-1 Typ 2A
Neue Bezeichnung: DIN 73379 A1
Das was von Gert im Zitat zutreffend als NonPlusUltra der Schläuche bezeichnet wird, ist ein Schlauch mit FKM (Fluor-Kautschuk) als Innenschicht, ECO (Epichlorhydrin-Kautschuk) als Zwischenschicht, einem Festigkeitsträger aus AR (Aramid) sowie einer Außenschicht aus ECO (Epichlorhydrin-Kautschuk). Dieser fällt in der aktualisierten Norm in die Temperaturklasse B und ist die Werkstoffkombination 1 in dieser. Hierbei ist allerdings nicht spezifiziert, dass der Festigkeitsträger AR (Aramid) sein muss. Aufpassen also bei den genauen Daten, aber ich habe online auf die Schnelle keine Schläuche der Klasse B1 gefunden, die bspw. Baumwolle (CO) als Festigkeitsträger hätten.
Alte Bezeichnung: DIN 73379 / 3E
Neue Bezeichnung: DIN 73379 B1
Für die in der Innenschicht des Kraftstoffschlauchs verwendbaren Materialien spezifiziert die Norm entsprechende zulässige Kraftstoffpermeationen also Kraftstoffverluste durch den Schlauch über die Zeit (bezogen auf die Schlauchinnenoberfläche). Die will ich hier der Vollständigkeit halber kurz aufführen.
NBR (Nitril-Kautschuk): <10 g/ 100 cm2 je 24h bei 60°C
FKM(Fluor-Kautschuk) < 8 g/ 100 cm2 je 24 h bei 80°C
TPE-F/THV (Fluorthermoplastische Werkstoffe): < 4 g/100 cm2 je 24h bei 80°C
Die Bezeichnung auf dem Schlauch folgt folgender Syntax:
XXX-DIN 73379 - 7,3x13 - B1 - KW/JJ - FKM/ECO/AR/FKM
XXX - Hersteller
DIN73379 - Norm für Kraftstoffschläuche
7,3x13 - Innendurchmesser x Außendurchmesser
KW/JJ bzw. T/KW/JJ - Datum der Herstellung entweder Kalenderwoche und Jahr oder Tag, Kalenderwoche und Jahr
FKM/ECO/AR/ECO - Innenschicht/Zwischenschicht/Festigkeitsträger/Außenschicht.
Das hier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber vielleicht hilft es ja mal jemandem in der Zukunft.