Autor Thema: Ausrichtung Kardanwelle  (Gelesen 680 mal)

Offline Stefan & Luis

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Ausrichtung Kardanwelle
« am: 02 Mai, 2026, 14:15 »
Hallo zusammen,
wir sind´s mit dem roten 1502 aus Bonn.
Gerade haben wir Unsicherheiten beim Einbau der Kardanwelle.
Die Kardanwelle (übrigens frisch überholt), lässt sich nicht so ideal und einfach einbauen, wie die Reparaturanleitung es nahe legt.
Es gibt zwei Probleme:

1. Spalt an der Hardyscheibe:
Bei gelösten Schrauben der Hardyscheibe entsteht ein Spalt von ca. 1mm an der Unterseite. Das ist auch das Maximum, was laut BMW-Anleitung erlaubt ist.

2. Wir haben einen "Knick" der Kardanwelle am Mittellager. Das Mittellager müsste theoretisch etwas weiter nach oben, was man auch durch leichtes Biegen der beiden Halter hinkriegen würde. Allerdings vergrößert genau das ja wieder die Spannung bzw. den Spalt an der Hardy-Scheibe.   Konkret ergibt sich ein Knick von ca. 8mm auf einer Länge von 85cm. Gemessen haben wir das mit einer selbst gebauten Lehre von 85 cm Länge.

Im Handbuch wird zwar von zwingendem Ausrichten vor Einbau der Kardanwelle gesprochen, wie ideal und knickfrei das Ergebnis aussehen muss, steht da aber nicht. Ich denke mir, wenn man die Kardanwelle perfekt gerade ausrichten könnte, hätten die damals da doch auch keine Kreuzgelenkte, sondern einfach eine unflexible Kardanwelle verbaut, oder?


Hier noch ein paar Bilder:

https://ibb.co/bjBJ2Wsq

https://ibb.co/7dkLStGH

https://ibb.co/nsXB2tf2


Lieben Gruß Stefan und Luis

Offline Eric65

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #1 am: 02 Mai, 2026, 18:56 »
Hallo ihr Beiden,

... das ist völlig easy zu beheben. Mit größter Wahrscheinlichkeit hängt die Motor-/Getriebeeinheit am hinteren Getriebelager etwas zu tief. Abhilfe: Legt mal eine 1mm Beilagscheibe unter das hintere Getriebelager mit dem Durchmesser des Getriebelagers auf die Getriebetraverse und hebe damit das Getriebe etwas an. Nun das Spaltmaß an der Hardyscheibe messen, .... sollte schon so ca. 1 mm weniger sein. Reicht´s nicht, ne zweite Scheibe unterlegen bis ihr das 0 Maß erreicht.

Eigentlich sollte der Kardan absolut gerade verlaufen, ohne Knicke, weder am Getriebeausgang, noch am Achsgetriebe und schon gar nicht am Mittellager. Ist da was geknickt, ergeben sich im Betrieb Brummgeräusche und erheblicher Verschleiß an der Hardyscheibe, ... auch die Kreuzgelenke leiden, können "Rattermarken" bekommen und zerstören dann das Mittenlager.

Es gibt auch noch die Methode, die Motorgetriebeachse mit Hilfe eines Teleskoprohres zu ermitteln, dass man auf den Dorn des Getriebeausganges steckt und damit auf das Achsgetriebe zielt. Auch hier wieder Ausrichten durch unterlegen von Scheiben am Getriebelager oder wenn´s andersrum sein muss, durch unterlegen von Scheiben an der Traverse, damit diese tiefer kommt.

Nicht davon irritieren lassen, dass der Kardan NICHT geradlinig durch den Tunnel läuft, sondern ganz leicht diagonal. Das ist richtig so und dient der Abstützung von Drehmomenten, damit diese keinen (oder weniger) Einfluss haben auf die Fahrdynamik.

Gruß Eric





... das ist jetzt ein Getrag 245 im Automatiktunnel, aber das Prinzip der Einstellung und Ausrichtung des Kardan mit Unterlegscheiben ist beim 02 immer das Gleiche.







Offline Stefan & Luis

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #2 am: 02 Mai, 2026, 22:51 »
Danke für die Antwort.
Ich glaube, entweder beheben wir den einen Fehler, oder den anderen.
Klar kann man das Getriebe weiter hoch setzen, damit die Hardyscheibe sich entspannt, aber dadurch knickt die Welle am Mittellager ja noch mehr ab. Oder man setzt das Mittellager höher, sodass die Kardanwelle eine Linie bildet, aber dann wäre die Hardy-Scheibe unter erheblich mehr Spannung.
Ich weiß nicht, wie man beides gleichzeitig hinbekommt, außer das Mittellager mindestens 1cm hoch zu bekommen (was ja nicht möglich ist, da man es mit Unterlegscheiben lediglich tiefer, nicht höher bekommt).

Offline Stefan & Luis

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #3 am: 03 Mai, 2026, 18:21 »
Wir haben heute nochmal den kompletten Tag der Kardanwelle geopfert und haben den Tipp mit den Unterlegscheiben unter dem Getriebe-Gummi befolgt.
Nach 8mm Unterlegscheiben ist die Veränderung am Spalt marginal. Der Spalt ist immer noch vorhanden.
Noch mehr unterlegen geht auch nicht, da kein Gewinde am Getriebehalter mehr übrig ist.
Und dabei ignoriert man natürlich den Knick beim Mittellager, der sich vergrößert durch das Anheben des Getriebes.
Daher stelle ich mir wirklich die Frage nach der Machbarkeit, da wir hier, um eine perfekte Ausrichtung zu erhalten, nicht von ein bisschen durch Unterlegscheiben optimieren reden, sondern eigentlich eher von Zentimeterarbeit…

Ich muss auch anfügen, dass wir weder beim E30, noch beim 02, jemals Vibrationen oder Brummen wahrgenommen haben. Nicht beim Anfahren, nicht auf der Autobahn und das obwohl das Mittellager komplett ausgerissen war.
Die Kardanwelle wurde durch das Mittellager kaum noch geführt. Diese Mängel sind erst zufällig beim Schrauben aufgefallen.

Offline sundw2002

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #4 am: 03 Mai, 2026, 18:47 »
Hallo,
wenn die Motor-/ Getriebeeinheit etwas tiefer säße, gäbe es das Problem nicht- hab ich das richtig verstanden? Bei Erics Bildern ist ein Sport- Getriebegummi verbaut, das serienmäßige baut etwas flacher- vielleicht könnt ihr da ansetzen? Oder die Antriebseinheit minimal "nachjustieren"? Wurde rechts die "Motorbremse" am Lager zwischen Motor und Achsträger montiert?
VG Wolf
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Offline Eric65

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #5 am: 04 Mai, 2026, 19:14 »
Hallo Stefan,

ich denke, ihr habt evtl. wie Wolf vermutet, ein Problem mit der korrekten Position/Einbauhöhe des Motors, ... und zwar der vorderen beiden Motorlager. Sitzt links das Lager bis zum Anschlag in der Gabel? Rechts die korrekte Einbaulage von Lager und Anschlag?
Es gibt auch die Möglichkeit, die Motortragewinkel am Motorblock zu lockern und den Motor durch leichtes rütteln so tief zu setzen, wie es die Bohrungen zulassen. Ich habe aber auch schon Tragewinkel mit größeren Bohrungen und Langlöchern gesehen ...  ::)
Habt ihr ein neues rechtes Gummilager verbaut? ... und mal mit dem Alten verglichen? Ich habe da auch schon die dollsten Sachen gesehen.  :o

Gruß Eric

Offline Stefan & Luis

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #6 am: 08 Mai, 2026, 23:25 »
Hallo,
alle Motorlager sind neu und mit den alten auch praktisch identisch.
Haben heute die Motorlager nochmal nachgestellt. Das Linke war nicht ganz richtig drin. Haben den Motor mit einem riesigen Hebel rein gedrückt und die Schraube mit einem ebenfalls riesigen Hebel festgezogen. Man muss ja ständig aufpassen, dass der Motor beim festschrauben nicht nach oben raus rutscht. Ich stelle mir auch immer die Frage, ob das Lager wirklich am unteren Anschlag gehalten werden kann, da der Motor sich im Betrieb nach oben hin herausheben möchte.
Der Problemlösung sind wir noch nicht näher gekommen und es muss weiter geschraubt werden.
Heute mussten wir schon wieder abbrechen, da die Original BMW Hardyscheibe sich beim Einbau schon selbst zerlegt hat. Die ist von der Qualität scheinbar auch nicht mehr so das. Bestelle mir jetzt eine NOS Hardy-Scheibe von Goetze und hoffe, dass wir es irgendwie hinbekommen.


Wir haben heute am Getriebeträger Langlöcher gebohrt, dass die Hardyscheibe keine seitliche Spannung mehr hat. Aber ich verstehe auch einfach nicht, warum man noch so viel nachbessern muss, obwohl sämtliche Befestigungspunkte von Motor, Getriebe und Kardanwelle noch Original und unberührt sind.
Die Positionen von Motor zu Karosserie, von Getriebe zu Motor, von der Hinterachse zur Karosserie und vom Mittellager sind doch noch alle wie 1975…


Nun ja. Wir werden sehen. Morgen geht es mit kühlem Kopf weiter.

Offline blauoli110

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #7 am: 09 Mai, 2026, 07:20 »
Guten Morgen Stefan und Luis
Ich habe Euch eine PN geschickt.
Müsste  neben der Übersicht in "Meine Mitteilungen" sehen.

Grüße
Viele Gruesse Olli tilux


Offline Eric65

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #8 am: 09 Mai, 2026, 11:46 »
Hallo Stefan & Luis,

wenn´s beim Festziehen der Verschraubung an der Hardyscheibe Probleme gibt, muss das Achsgetriebe auf dem Hinterachskörper gelockert werden. Der originale 02-Kardan verfügt über keinen Längenausgleich (Schiebestück). Der Längenausgleich erfolgt hier über ein Vor- und Zurückrücken des Achsgetriebes, weshalb der Achskörper auch Langlöcher hat. Erst wenn der Kardan in Position,  ausgerichtet und verschraubt ist, werden Mittenlager (mit Vorspannung) und zuletzt das Achsgetriebe angezogen. Wird das nicht gemacht, steht der Kardan unter andauernder Spannung, es gibt Probleme bei der Montage und Hardyscheibe und Kreuzgelenke werden überbeansprucht.

Allerdings sollte das linke Motorlager alleine aufgrund des Gewichtes des Motors in die tiefste Position rutschen, der Gewindestift bis auf Anschlag in der Gabel sitzen und auch der "Gummiknubbel" des Lagers. Wenn das nicht der Fall sein sollte, ... stimmt da etwas nicht.

Da ihr alles geöffnet und zerlegt habt, auch viele Neuteile verbaut sind, muss leider auch alles neu ein- u. ausgerichtet werden....

Gruß Eric

Offline Stefan & Luis

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #9 am: 09 Mai, 2026, 12:17 »
Hallo,
manchmal muss man einfach mal aufhören und eine Nacht drüber schlafen.
Haben heute nochmal das Getriebelager gelöst und das Getriebe sich „setzen“ lassen und jetzt passt alles.
Die Hardyscheibe hat jetzt keine Spannung mehr.
Das Langloch am Getriebehalter hat es wohl gerichtet.
Gestern hat die gerissene und zerdrückte, neue Hardyscheibe sämtliche Werte verfälscht, denke ich. Die liegt jetzt ganz tief in der Mülltonne.

Online CAndreas

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #10 am: 12 Mai, 2026, 17:48 »
Hallo Junx,

der Fred ist für mein Gebrumme am CA auch sehr interessant!
Frage: Das linke Motorlager- das hat den vorderen Spalt offen, d.h. am hinteren sitzt der Bollen auf Anschlag. Ist das richtig? Muss das Lager nicht auf Mittelposition stehen mit freiem Spalt vorne und hinten?

Andreas

Offline Stefan & Luis

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Re: Ausrichtung Kardanwelle
« Antwort #11 am: 17 Mai, 2026, 17:46 »
Das habe ich nicht ganz verstanden. Vorne und hinten? Ich würde eher sagen oben und unten, oder? Das linke Motorlager ist jetzt ganz am unteren Anschlag, sodass der Gummi-Stift fast komplett im Spalt verschwunden ist. Anders geht es auch gar nicht, da sonst das Getriebe total schief kommt, wenn man den Motor auf Fahrerseite anhebt (also das Gummilager nicht am unteren Anschlag hält).  Dann bewegt sich der hintere Teil vom Getriebe in Richtung Fahrerseite und Getriebelager und Hardy-Scheibe verspannen sich.
Die aktuelle Einstellung, die wir jetzt auch so gelassen haben, sieht ganz gut aus. Ob sie wirklich ausreichend gut ist, sehen wir wohl erst beim Fahren, ob es Probleme gibt.