Autor Thema: M10 Einspritzer Sammler Sonderausführung  (Gelesen 3314 mal)

Offline sundw2002

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M10 Einspritzer Sammler Sonderausführung
« am: 11 Februar, 2023, 12:25 »
Moin,
ich schon wieder, heut ist Rätseltag:
kann jemand bestätigen, daß es sich um ein Teil aus einer südafrikanischen Einspritzanlage handelt? Eventuell von der K- Jetronic? KuFi denke ich eher nicht...
Sehr interessant. Soll aus ca. 1972 stammen. Bei ebay angeboten für 1,8k.
VG Wolf
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Offline Wolfgang

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Re: M10 Einspritzer Sammler Sonderausführung
« Antwort #1 am: 11 Februar, 2023, 12:52 »
Hallo Wolf,

noch nie gesehen.
Allerdings baut man verrippte Ansaugbrücken bei turbo-Motoren, um die verdichtete Ansaugluft zu kühlen.
Könnte so etwas sein?

Gruß
Wolfgang

Offline sundw2002

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Re: M10 Einspritzer Sammler Sonderausführung
« Antwort #2 am: 11 Februar, 2023, 13:37 »
Hallo Wolfgang,
ich weiß es ja nicht, leider. Vielleicht erhellt uns noch ein Kenner mit tiefem Motorenwissen, der Rolf hätte das bestimmt gewußt. Zynki hätte drüber gelacht, die Luftbohrung/ Drosselklappendurchmesser ist scheinbar sehr klein. Warten wir's mal ab.
VG Wolf
02 Fahrer seit 1979

Offline Ulm

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Re: M10 Einspritzer Sammler Sonderausführung
« Antwort #3 am: 12 Februar, 2023, 00:18 »
Servus,

mal abgesehen davon dass ich 1,8k für mehr als unverschämt halte, antworte ich doch mal.

Zuerst, die Aufnahmen sind für Kugelfischer Düsen, nicht K-Jet. Ein BMW Zeichen oder andere Hinweise für eine Herkunft vom BMW sind nicht zu sehen.

Es muss sich, wie schon vermutet, um einen Krümmer aus einem Turbo- oder Kompressorumbau handeln. Die Verrippung dient zum einen theorethisch ein klein wenig der Kühlung, zum anderen versteift sie den Krümmer. Um überhaupt nennenswert kühlen zu können, ist sie viel zu unterdimensioniert. Primär dient sie wohl optischen Zwecken.

Die kleinere Drosselklappe wird verwendet, um den unter Druck stehenden, und damit dichteren Luftstrom, besser dosieren zu können.

Die kurzen Ansaugwege verwendet man, da die unter Druck stehende Ansaugluft eine höhere Dichte hat. Z. B. bei ein Bar schon doppelt so hoch. Dem muss mit der Gestaltung der Ansaugwege Rechnung getragen werden, um eine gute Füllung zu erreichen, ohne den Ladedruck unnötig hoch zu treiben müssen.

Im Fall dieser Brücke sind die Saugwege jedoch viel zu kurz, hier ist der Entwickler völlig übers Ziel hinausgeschossen. Ich würde klar so weit gehen, und diese als unbrauchbar für den Straßen- wie auch Rennbetrieb einzuordnen. Hier ist selbst die Seriensauganlage des Tii oder (baugleich) Turbo im Vergleich besser geeignet.

Eine gewisse Saugrohrlänge (wie auch -weite) wird bei Turbomotoren benötigt, um einen guten Kompromiss zwischen Saugbetrieb in unteren Drehzahlen, sowie Ladebetrieb in höheren Drehzahlen zu haben. Auch das Ansprechverhalten und Turboloch des aufgeladenen Motors wird hierdurch sehr stark beeinflusst.

Was eine vernünftige Länge darstellt sind bei Ladedrücken bis und um ein Bar in ungefähr halb so lange Saugrohre. Wie bei anderen Herstellern wurde auch bei Alpina das im Falle der Doppelresonanz-Sauganlage nach Dr. Cser im B7 Turbo E12 und E28 so realisiert.
Später hatte man sogar die modifizierte 3,5L Seriensauganlage mit den ursprünglichen Saugrohrlängen im Nachfolger, dem B10 Biturbo E34 verwendet, um dem Motor in niedrigen Drehzahlen ohne Ladedruck mehr Drehmoment zu verschaffen.

Verbliebe noch die Verwendung mit einem Kompressor oder mechanischem Lader sprich Verdichter, z. B. Albrex Lader, auch Supercharger (USA):
Hier gibt es zwar keinen reinen Saugbetrieb unter Vollast mehr, aber auch hier müssen die Saugroghrdimensionen an die Gegebenheiten passen. Sprich wie beim Turbo, bei Drücken um ein Bar grob halbe Länge. Auch unter diesen Prämissen ist das Teil ungeeignet.


Grüße
Martin

« Letzte Änderung: 12 Februar, 2023, 00:28 von Ulm »